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Sonntag, 12. Juni 2011

Überbackener Fenchel

Wenn ich dieses Rezept nicht kennen würde, würde ich es niemals nachkochen. Ehrlich, Rindfleisch, Gouda und Dosenmilch? Im Ernst? Aber glaubt mir, es schmeckt. Sogar so gut, dass ich als Neunjährige in dieser Zusammenstellung bereit war, Fenchel zu essen. Was die Dosenmilch betrifft, würde ich es so machen wie beim Kochen mit Sardellen: einfach niemandem verraten, dass welche drin sind, und alle sind glücklich.

Zutaten:
4 Fenchelknollen
Salz
500 g Rouladenfleisch
2 Eßlöffel Öl
1 Zwiebel
Pfeffer
Paprikapulver
1/4 l kräftige Fleischbrühe
250 g Tomaten
100 g geriebener Gouda
2 Eigelb
4 EL Dosenmilch

Fenchelknollen putzen, waschen, der Länge nach halbieren, in 1/4 l Salzwasser 30 Minuten lang garen und abtropfen lassen. Den Ofen auf 210° vorheizen. Das Rouladenfleisch in Streifen wie für Geschnetzeltes schneiden. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Zwiebel fein würfeln, Zwiebeln und Fleisch zusammen im Öl anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Fleischbrühe darübergießen und damit jedes Fitzelchen angebratenen Zwiebel- und Fleischsaft in der Pfanne lösen. Eine feuerfeste Form mit wenig Öl ausfetten, jetzt zuerst das Fleisch mit der Brühe einfüllen, dann die halbierten Tomaten und den Fenchel darauflegen. Käse, eigelb und Dosenmilch verrühren, über die Fenchelknollen verteilen. Im Backofen goldgelb überbacken. Dazu Baguette.

Donnerstag, 4. März 2010

Wirsingauflauf mit Speck

Komme ich zu spät für die Wirsingsaison? Ich glaube nicht, in den Läden liegt jedenfalls noch alles voll mit den Biestern. Und nach allem, was man hört, ist der Winter noch längst nicht vorbei. Manchmal kann man für mieses Wetter dankbar sein: bei strahlendem Sonnenschein habe ich weder Lust auf Wirsing noch auf Erbsensuppe.
Diesen Auflauf gab es bei uns zuhause immer dann, wenn die Lust meiner Mutter auf Wirsing größer war als ihr Widerwillen gegen unser Gejammer und Gemaule. Sie liebte Wirsing, wir hassten ihn, aber angesichts dessen, dass wir damals so gut wie jedes Nahrungsmittel hassten, war es dann auch schon fast egal. Was uns an diesem Auflauf ein bisschen tröstete, war der knusprige Speck obendrauf. Deshalb gab es einmal echten Krach: meine Mutter war bei einem anderen Metzger als sonst gewesen, der ihr wässrigeren Speck verkauft hatte, und im Ofen schrumpften die Scheiben so dermaßen zusammen, dass es so aussah, als hätte jemand zwei Drittel davon weggefressen. Die Hauptverdächtige war ich. Bei tausend anderen Gelegenheiten wäre der Verdacht gerechtfertigt gewesen, diesmal nicht. Es gab Geschrei und wütendes Geheule, und ich war fürchterlich in meiner Ehre gekränkt. Erst zwanzig Jahre später hat meine Mutter mir geglaubt, dass ich das mit dem Speck damals tatsächlich nicht war - tausend andere Sachen ja, aber das nicht.

Zutaten:
800 Gramm Wirsing (tut mir wirklich leid, aber von den meisten Wirsingköpfen wird da was übrig bleiben - wie wärs mit Kohlrouladen am nächsten Tag?)
1 kg mehlig kochende Kartoffeln
Salz
Fett für die Form
2-3 Zehen Knoblauch (je nachdem, wie groß die Zehen sind und wie viel Knoblauch man mag), fein geschnitten
200 g mittelalter Gouda
200 g Sahne
2 Eier (Größe L)
Muskatnuss
Pfeffer
1/2 EL getrockneter Majoran
300-400 Gramm Schinkenspeck oder Bacon in dünnen Scheiben

Den Ofen auf 200° vorheizen (Ober- und Unterhitze).
Die Wirsingblätter vom Kopf lösen, waschen und in Stücke zupfen. In einer Salatschleuder trockenschleudern, oder falls ihr keine habt, mit einem sauberen Geschirrtuch trockentupfen.
Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden (ca. 3 mm dick). Zuerst die Kartoffelscheiben in Salzwasser aufkochen lassen, nach sechs Minuten mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und den Wirsing in den Topf tun, ca. fünf Minuten kochen lassen. In die gefettete Auflaufform erst den Wirsing, dann die Kartoffeln füllen. Sahne, Gewürze, geriebenen Käse, Knoblauch und Eier mischen und über das Gemüse gießen. Nicht mit Gewürzen sparen, der Kohl und die Kartoffeln vertragen eine Menge! Allerdings beim Salz dran denken, dass noch der Speck dazukommt. 25 Minuten backen lassen, dann die Speckscheiben gleichmäßig auf den Auflauf ausbreiten und noch mal mindestens 20 Minuten backen - oder, bis der Speck schön braun und knusprig ist.

Freitag, 29. Januar 2010

Nudelauflauf mit Spinat

Als Snob kann man eine Menge verpassen, besonders beim Essen. Wer sich zu fein ist, mit Puddingpulver oder Brühwürfeln zu kochen, kann vermutlich nicht zugeben, wie gut Omas Käsekuchen war oder die Flädlesuppe auf der Skihütte. Dieser Nudelauflauf ist ganz bestimmt nicht spektakulär, mich erinnert er sogar an Rezepte aus dem Maggi-Koch-Studio für Leute, die denken, dass sie nicht kochen können. Aber ich hab mich trotzdem immer gefreut, wenn ich aus der Schule kam und es ihn gab. Mein Mann hasst ihn, aber das macht nichts, denn die Reste werfe ich mit ein paar Tropfen Wasser in eine Pfanne und esse ihn abends noch mal. Ach so, Spinat und Pilze soll man nicht aufwärmen? Und was, wenn doch?

Zutaten:
250 g Makkaroni
Salz
2 große Eier
600 g aufgetauter Rahmspinat
250 g frische Champignons
20 g Butter
frisch gemahlener Pfeffer
Muskat
50 g geriebener Gouda (oder mehr)

Makkaroni kochen, währenddessen die Eier aufschlagen und mit Salz, Pfeffer und Muskat verquirlen. Die Nudeln nach dem Abgießen sofort in den Eiern wenden, bis sie gleichmäßig davon überzogen sind. Den Spinat aufwärmen, die Champignons vierteln und in der Butter andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen. Eine kleine Auflaufform mit Olivenöl oder ein bisschen Butter aus der Pilzpfanne auspinseln, 2/3 der Makkaroni in die Form glitschen lassen, dann Spinat und Pilze darauf verteilen und mit den restlichen Nudeln abdecken. Mit Käse bestreuen, bei 225° hellbraun überbacken. Schmeckt wie die meisten Aufläufe am besten kurz über Zimmertemperatur!